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lang, lang ist es her

,,…lang, lang ist’s her …oder auch nicht?”

Wir haben das Jahr 1972 und ich stehe vor einer sehr grossen Klasse erwartungsvoller Kinder in der Friedrich Schiller Schule. Alle Schueler koennen eigentlich recht gut Deutsch sprechen, sie unterhalten sich sogar oft untereinander auf Deutsch!

Ich wunderte mich ein wenig, warum ich ueberhaupt da sei! Jedoch wurde mir die ganze Situation schnell bewusst: Das waren ja die Kinder von Einwanderern aus deutschsprachigen Laendern-Deutschland, Oesterreich und der Schweiz. Da in den meisten Faellen beide Eltern Deutsch sprachen, wurde natuerlich zu Hause in der Familie Deutsch gesprochen. Die Freunde der Eltern meiner Schueler sprachen meist ebenfalls Deutsch. Viele der Kinder besuchten auch regelmaessig die Sonntagsschule in einer deutschen Kirche. Ausserdem waren damals viele Muetter noch ganztaetig zu Hause und konnten die deutsche Hausarbeit regelmaessig ueberpruefen und mit ihren Kindern besprechen. Obwohl die Kinder in der Tagesschule unter der Woche Englisch sprachen, war also ihre andere Umwelt noch immer Deutsch.

Also, meine Aufgabe als Lehrerin war daher vorallem, den Kindern zu helfen, ihren bereits erworbenen deutschen Wortschatz zu behalten, weiterhin aufzubauen und zu erweitern.

Grammatik lernen war natuerlich immer notwendig und musste in den neugelernten Wortschatz mit eingebaut werden. Auch die Rechtschreibung war etwas neues fuer alle, den das hatten die Kinder von zu Hause nicht mitbekommen.

Ausserdem fuehrten wir kleine Theaterstuecke auf, sangen viele Lieder und erwarben uns neue Grammatik durch Uebungen, sowie durch Klassenspiele.

Wir verstanden un simmer sehr gut – schliesslich hatte ich ja selbst drei Kinder, die Deutsch lernten – und Grosseltern in Oesterreich.

Nun haben wir das Jahr 2012. Ich stehe vor einer sehr kleinen Klasse in der Friedrich Schiller Schule. Alle Kinder sprechen untereinander nur Englisch! Ich verstehe mich auch jetzt sehr gut mit den Kindern-schliesslich sind ja meine eigenen Enkelkinder so ungefaehr im gleichen Alter.

Am Samstag in der deutschen Schule kommt ein Kind ganz aufgeregt zu mir und sagt begeistert: ,,Frau Crowdy, gestern ich hat gegeht zu das Film AVATAR!” Ich wundere mich ueberhaupt nicht, warum ich da bin!

In Gedanken ist meine unwillkuerliche Reaktion auf diese freudige Mitteilung: ,,Ach, du lieber Himmel, das ist ja schrecklich! Uebrigens, das Wort, gestern war sogar richtig.” Aber so schrecklich ist das gar nicht, denn die Kinder haben doch genug Vertrauen zu mir, um ihr Erlebnis mit mir teilen zu wollen, und sogar auf ,,Deutsch”!

Ich gehe sofort und ebenfalls freudig auf ,,Avatar” ein und stelle einige kurze, deutsche Fragen ueber den Inhalt. Die Antworten versuchen wir gleichzeitig auf etwas besser akzeptables Deutsch umzuwandeln.

Warum ist das alles jetzt so anders geworden? Ja, dafuer gibt es keinen einzelnen Grund. Die Eltern meiner Schueler sind oft bereits die Kinder der deutschsprechenden Einwanderer. Diese Eltern denken und sprechen selbst meist Englisch. Sehr haeufig (das betrifft dieses Jahr alle Kinder in meiner Klasse) spricht entweder der Vater oder die Mutter gar nicht Deutsch. Selbstverstaendlich wird dann zu Hause gesprochen, was alle verstehen, also Englisch oder Spanisch, u.s.w. In den moisten Familien arbeiten nun auch beide Eltern ganztaetig und haben daher leider nicht mehr genug Zeit, sich mit ihren Kindern beim Erlernen der deutschen Sprache zu befassen. Die sogenannten ,,Muttersprache Deutsch” wird also in Wirklichkeit als zweite Sprache (oder sogar Fremdsprache) gelernt.

Und was ist nun meine Aufgabe in der deutschen Sprachschule?

Natuerlich muss ich weiters Grammatik lehren, aber es ist ganz offenbar, dass man nur mit guter Kenntnis der Grammatik keinen einzigen deutschen Satz bilden kann, ohne den entsprechenden Wortschatz! Um den Unterricht interessant und abwechslungsreich zu gestalten, packen wir daher dieses Problem folgendermassen an: wir wiederholen sehr oft, damit sich das Neugelernte so gut wie moeglich einpraegt; wir diskutieren und dramatisieren; wir lesen; wir uebersetzen und wir singen. (Aus meiner eigenen Kindheit weiss ich, dass ich mir den Text mancher Lieder bis heute gemerkt habe!) Neuen Wortschatz und gleichzeitig die Grammatik lernen wir durch Spiele in der Klasse. Dazu kommt noch die Rechtschreibung, z.B., dass man ,,der Fater” so und nicht mit V schreibt, das empfinden die Kinder als nichts Ungewoehnliches. Wir legen deshalb ein ,,V-Buechlein” an. Die Klasse sammelt V-Worte, z.B. der Vater, die Violine, der Vukan…usw. Und die Artikel? Leider kann ich nicht erklaeren, warum ,,der Tisch” eher maennlich ist als ,,die Tuer”! Die Nomen, die den Lesestuecken entnommen sind, lernen wir eben mit den dazugehoerenden Artikeln. Es gibt auch etwas Hilfe: Z. B., alle Nomen, die in O enden, haben immer den Artikel ,,das”, mit Ausnahme von ,,der Po”. Das merken sie sich alle sofort! Auch andere Nomen, die in ,,zeug”, ,,eit”, oder ,,ung” enden, koennen uns helfen.

Vor zwei Jahren ist unsere geliebte und sehr geachtete Schulleiterin, Frau Christa Guschewski, fuer immer von uns gegangen. Wir vermissen sie sehr.

Aber ihre Tochter, Frau Christine Guschewski, hat die Schulleitung uebernommen. Wir arbeiten sehr gut zusammen, denn wir wissen, dass nach wie vor jedes Kind individuell geschaetzt und anerkannt werden moechte.

Heute, genauso wie vor 40 Jahren, ist unser Ziel gleich: Wir wollen das Erbe der deutschen Sprache an unsere Kinder weiterleiten!

Herta Crowdy

Lehrerin an der Friedrich Schiller Sprachschule

Unseren Sponsoren

Sprache zählt

Deutschunterricht an
Sonnabenden seit 1972

Schuljahr 2014/2015.

Auskunft erhalten Sie von:
Frau Christine Guschewski, Schulleiterin
Tel. 905.857.1841
e-mail: guschewski@ica.net

Qualität zählt

  • Kleine Einzelklassen, 12 Schüler im Schnitt
  • Ausgebildete Sprachenfachlehrer
  • Von Vorstufe (Kindergarten) bis 12. Klasse
  • Spezialklassen für Schüler, welche die deutsche
    Sprache nicht beherrschen
  • Spezialklassen für Erwachsene
  • eigene Schulbibliothek, zugänglich für alle Altersstufen
  • Diplom B1 und C1
  • ZDP (Zentrale Deutsche Sprachprüfung)
  • Wir unterrichten noch die A2 Pruefung der
    Auslandsschulwesen DaF - Deutsch als Fremdsprache

Achievement matters

  • We are currently teaching the second generation of children born in Canada
  • 80% of the children attend from Kindergarten to Grade 12
  • Success rates with Germany's TestDaf (German Examination) A1; A2; DSDI and DSDII for more than 20 years
  • Final exams 1-8
  • Language labs beginning in September 2014
  • Affiliation with the Ministry of Cultural Afairs of Germany
  • Accepted by the German Government
  • We are a Paschschule www.pasch-net.de